Im Marienmonat Mai unterwegs in der Heimat
Die Ü 60 Gruppe der Pfarrei aus Lam und Lohberg besuchten am 19. Mai die Wallfahrtskirche Weißenregen. Der Bus war mit 60 Teilnehmern bis auf den letzten Platz gefüllt. Ziel war ein wahres Kleinod im Herzen des Bayerischen Waldes, mit einem wunderbaren Blick auf den Hohenbogen und die Stadt Bad Kötzting.
Die Besichtigung begann mit einem Gang durch den Friedhof bis hin zur großen, beeindruckenden Linde vor der Wallfahrtskirche. Auch die kleine, beinahe unscheinbare Antoniuskapelle wurde kurz erläutert. Bei der Kirchenführung wurde außerdem auf das ausgesägte Brett im Vorraum hingewiesen, das eine Darstellung des Gnadenbildes aus dem späten 18. Jahrhundert zeigt.
Der Referent ging anschließend auf die Entstehungsgeschichte der Wallfahrtskirche Weißenregen ein und nannte dazu einige wichtige Jahreszahlen. Bereits 1593 ließ das Kloster Niederaltaich in Weißenregen eine Kapelle errichten, die schon 1611 von den zusammenwirkenden Gemeinden Weißenregen und Hafenberg durch eine größere ersetzt wurde. In den Jahren 1750 bis 1765 entstand schließlich die heutige Wallfahrtskirche. Diese Zeitangaben wurden mit der Geschichte der Heimatpfarrei Lam verglichen. So wurde zum Beispiel das Bergkircherl auf „Maria Hilf“ im Jahr 1752 in seiner heutigen Form geschaffen.
Im Inneren der eindrucksvollen Wallfahrtskirche wurde zunächst das Gnadenbild aus dem 14. Jahrhundert erklärt. Ursprünglich handelte es sich um eine sitzende, schwangere Madonna. Im Laufe der Zeit wurde daraus eine stehende Madonna mit Kind. Auch dieses Gnadenbild hat also im Verlauf der Jahrhunderte Veränderungen erfahren.
Sehr ausführlich waren auch die Erläuterungen zur bekannten Schiffskanzel. Der Referent begann mit dem treffenden Satz „Predigt aus dem Holz“ und erklärte anschaulich die einzelnen kunstvoll geschnitzten Elemente der Kanzel.
Zum Schluss der Kirchenführung wurde noch darauf hingewiesen, dass sich die Wallfahrtskirche am Ostbayerischen Jakobsweg befindet, der zugleich ein uralter Verbindungsweg zwischen Böhmen und Bayern war.
Anschließend wurde eine Maiandacht gefeiert, die von Pfarrer Stefan Sangl an der Orgel begleitet wurde. Passend zum Kirchenjahreskreis wurde die Maiandacht „Maria im Abendmahlssaal“ gebetet . Was wäre ein Ausflug ohne eine gemütliche Einkehr: So ließ man den Nachmittag bei Kaffee, Kuchen und Brotzeit in Bad Kötzting in geselliger Runde ausklingen.